Somatisches Tanzen
- Sarah M. Thies

- 15. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Was ist somatisches Tanzen?

Somatisches Tanzen ist eine achtsame Bewegungspraxis, die sich auf die bewusste
Wahrnehmung und das Spüren des eigenen Körpers und der körpereigenen Impulse konzentriert. Bei dieser Form der somatischen Bewegung geht es nicht um eine Choreografie, d.h. es muss auch nichts gelernt werden. Es geht um ein inneres Spüren dessen, was ausgedrückt werden möchte in jedem Moment der Praxis. Man könnte also sagen, es geht mehr um ein Ver-lernen als ein Er-lernen. Aber auch das Ver-lernen will gelernt sein.
Eine somatische Tanzpraxis kann unterschiedliche Elemente beinhalten, etwa das Mobilisieren der Wirbelsäule durch schlangenartige Bewegungen, gemeinsames Forschen und Experimentieren zu verschiedenen Bewegungstempi oder ein freies Tanzen zu Musik und das Spüren der eigenen Impulse. Auf diese Arten und Weisen unterstützt somatische Bewegung die Verbindung zu Körperbewusstsein und innere Präsenz, sowie den Mut, sich nach außen hin mit dem zu zeigen, was im Innen ist.
Emotionsregulation durch somatisches Tanzen

Somatisches Tanzen kann einen erheblichen Beitrag zur Emotionsregulation leisten. Durch bewusstes Erspüren, Bewegen und Ausdrücken körperlicher Empfindungen erhalten Emotionen einen sicheren Raum – sie dürfen wahrgenommen, bewegt und integriert werden. Die Praxis hilft dabei, nicht nur kognitive, sondern vor allem körperlich gespeicherte Gefühle zuzulassen und zu verarbeiten. Über sanfte Bewegungen, gezielte Atemarbeit und ein achtsames Nach-Innen-Lauschen werden innere Anspannungen gelöst und das autonome Nervensystem in Richtung Selbstregulation und Ruhe geführt. Bewegung, Körperbewusstsein und Atemtechniken unterstützen so die natürliche Fähigkeit des Körpers, aus Stress und Überforderung wieder in einen Zustand von Ausgeglichenheit und emotionaler Balance zurückzufinden. Das Zusammenspiel mit dem Vagusnerv sorgt dafür, dass leistungshemmende oder belastende emotionale Ladungen losgelassen werden können. Dadurch wächst nicht nur die Resilienz im Alltag, sondern auch die Fähigkeit, unangenehme oder starke Gefühle zuzulassen, zu halten und schließlich zu transformieren - ein Kernanliegen somatischer Tanz- und Bewegungspraxis.
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